HEILIG-LÄNDER-HALLE
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„Starkbieranstich“ in Neubrunn entwickelt sich zum Nockherberg der Haßberge

NeubrunnSo viel Prominenz wie in diesem Jahr hat man selten zum "Starkbieranstich" in Neubrunn gesehen, denn mehr als zehn Bürgermeister waren in die "Heilig-Länder-Halle" gekommen. Was den Altbayern der Nockherberg, das wird inzwischen für den Landkreis Haßberge der Ort Neubrunn mit seinem "Ausscheller", dem Auftritt des "schrägen Theaters" oder den "lustigen Weibern". Ja sogar der Bieranstich ist inzwischen etwas ganz Besonderes und verspricht alljährlich eine neue Überraschung.


Derbe Tradition

Das "Derblecken" stammt eigentlich aus einer Zeit, als es noch Brauch war, dass der Wirt seine Stammgäste persönlich mit derben Sprüchen begrüßte. Die Opfer mussten sich das mit Humor gefallen lassen, denn eine beleidigte Reaktion führte dann möglicherweise noch zu mehr Belustigung. Die Neubrunner sind bekannt für ihre offene Art und die Beschreibung so mancher Themen vom Ortsgeschehen über die Kreispolitik bis hinein in die großen Schlagzeilen. So war mancher Kommunalpolitiker sicherlich auch mit gemischten Gefühlen gekommen oder erwartete vielleicht sogar, dass auch sein Name genannt würde.

Als erster war natürlich der Kirchlauterns Bürgermeister Karl Heinz Kandler (SPD) gefordert, der diesmal mit dem Bierprinzen Sebastian Gocker auf die Bühne kam, um das erste Fass anzustechen. Im letzten Jahr geschah dies noch als erste Amtshandlung zwischen dem "roten Bürgermeister" und dem "schwarzen Landrat" und vor lauter Aufregung hatte der Bürgermeister vergessen, den Krug unter den Zapfhahn zu halten, so dass der wertvolle Gerstensaft auf den Boden strömte.


Wieder Bier verschüttet

Diesmal wollte der Bürgermeister nach eigenen Worten daraus gelernt haben, schlug auf den Zapfhahn ein, aber der wollte nicht richtig eindringen. Der Gerstensaft verbreitete sich also wieder über die Bühne. Angeblich lag dies an der Technik eines Zapfhahns mit besonderer Feder. Mit Hilfe des Bierprinzen und weiterer Helfer wurde aber auch dies gemeistert. Zum Glück hatte der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Neubrunn, Heinz Stretz, auch aus dem letzten Jahr gelernt und Eimer und Lappen standen parat.

"Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen." Dies galt auf jeden Fall für Bürgermeister Kandler. Er versprach, bis zum nächsten Jahr noch zu üben und die
"Neubrunner Dorfmusikanten" hatten gleich einen Vorschlag parat. "Wir laden den Bürgermeister zu unseren wöchentlichen Proben ein. Da soll er jedes Mal ein Fässchen Bier mitbringen und anstechen."

Dieser Auftakt heizte die Stimmung an und das Starkbier aus der Reckendorfer Brauerei mit seiner besonderen Stammwürze und dem höheren Alkoholgehalt mundete bestens.

 

Der Ausscheller in Aktion

In diese Unruhe hinein ertönte auch schon die Glocke von Horst Gehring als "Ausscheller". In die kalte Jahreszeit hinein passten zu Beginn seine Ausführungen zu den "Holzdiebstählen von Kirchlauter", wobei der Täter mit "High-Tech-Kamera" ermittelt wurde und der erfolgreiche Fahnder nun auf Holzdetektiv umsatteln wolle.
Die Feuerwehr warte schon lange auf ihr neues Auto. "Des ka a nuch dauern. Des wird ja erst bestellt, wenn sa genuch ausgebildeta Atemschutzträger ham, Hoffentlich geht na dabei net der Atem aus".

Der Ausscheller sah beim Blick auf die "XX-Raiffeisenbank" Neubrunn auf dem absteigenden Ast. "Was is, wenn der Volksbank des Volk fehlt? Wenn ka Automat mehr do is? Dann is des nur nuch a Bank wie viela annera."


Bei seinem Blick in die Nachbarschaft Breitbrunn, bemerkte Ausscheller Gehring, "des mit dem Staabruch-Museum wird wohl nix, wenn die jedes Mal nach ein paar Wochen die schöna Kunstwerke wieder wegsprenga. Dann gibt"s do fei net viel zu guckn. Höchstens wie a Sprengmaster ärbert. Ober do derf mer ja aus Sicherheitsgründen gar net zu nah hin."

Hoffnung keimte zu einem lang gehegten Wunsch der Kirchlauterer auf. "Neubrunn hat nach einer Trockenphase nun ein Kneippbad, Kirchlauter hat das Schloss, das Schmiedemuseum und den Lehrbienenpfad und vielleicht bald als besondere Attraktion drei Windrädchen am Tonberg. Na ja, wenn des geht, dann könnt ja der Stachelturm a nuch klapp."

Fast glaubte man, das die zahlreichen Bürgermeister beim "Derblecken" leer ausgehen würden, da kam doch noch ein Seitenhieb auf den "recht gerichtserfahrenen Bürgermeister" aus der Nachbargemeinde Rentweinsdorf, der wegen Beleidigung gegen seine Person kämpfe. "Darf ein Bürger ihn als den dümmsten Bürgermeister Deutschlands und als Esel darstellen? Das Gericht hat entschieden, dass der Esel übertrieben ist und eine Schnecke genügt hätte. Der Arme hots halt mit die Viecher. Erst der tote Hund - nun der Esel und die Schnecke.".
Schließlich erwähnte er auch noch die Vorgänge um das Hallenbad in Ebern oder die Beleidigungen des Bürgermeisters in Knetzgau, die Ruine Rotenhan in Ebelsbach und die FIFA, die Blatter wegen Katar in die Wüste geschickt habe.

 

 

 

 

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